Fraser Island Teil 2 – Freiheit auf Sand

Hallo zusammen,

Wie versprochen folgt nun der zweite Teil des Fraser Island Beitrags.

Die Nacht im Tipi war echt ungemütlich. Wir sollten auf sehr dünnen Matrazen auf einem steinharten Boden schlafen. Sogar Yogamatten sind dicker! Zudem wurde es noch kalt (zum Glück hatte ich noch meine langen Sachen miteingepackt). Als ob dies nicht schon genug wäre, musste ich mitten in der Nacht aufs WC. Dies wäre ja eigentlich kein Problem, wären da nicht die wilden fleischfressenden Dingos. Wir wurden im Vorfeld gewarnt, man solle nie allei unterwegs sein. Es war morgens um halb 4 Uhr morgens wie bitte soll ich da jemanden finden der mich begleitet? Soll ich jemand aufwecken? Soll ich weiterschlafen? Soll ich es riskieren? Nun ja ihr könnt euch vorstellen das der Druck auf die Blase mit der Zeit immer stärker wurde. So entschied ich mich, bewaffnet mit der Taschenlampe vom Handy und einem Schweizer Sackmesser mich nach draussen in die Dunkelheit zu wagen. Als ich ein Stück gelaufen war, raschelte es im Gebüsch. Dingo? Schlange? Spinne? Ich spürte wie das Adrenalin in die Blutbahnen schoss und sich die Muskeln anspannten. Als ich die Stelle schliesslich beleuchtete, war es nur ein Vogel 🙂 Schlussendlich konnte ich heil wieder ins Tipi schlafen gehen.

Am nächsten morgen bedankte sich mein Körper für die ungemütliche Nacht. Er liess es mich mit Schmerzen wissen. Ich war aber nicht der Einzige und so reklamierten wir beim Tourguide. Und siehe da, am Abend hatten wir neue, wesentlich dickere Matrazen. Manchmal muss man einfach was sagen…
Ich erfuhr zudem, dass das Camp Dingo sicher sei und man nichts zu befürchten hat. Alle Aufregung für nichts 🙂 

Wir machten uns also mit dem 4×4 Jeep auf den Weg zu einem versunkenen Schiff, bei welchem die rostigen Überreste am Strand liegen. Das heutige Maheno Wrack, war früher ein Luxusschiff, welches um ca 1905 zwischen Australien und Neuseeland Fahrten anbot.

Nach der Geschichtsstunde vom Tourguide ging es weiter zu einem Lookout Point. Wir kletterten einen Hügel rauf und es erwartete uns ein atemberaubender Ausblick der Küste entlang. Im türkisblauen Wasser konnte man sogar Schildkröten erkennen, welche immer wieder nach Luft schnappten. Aber seht selbst:

Anschliessend tankten wir beim Mittagessen neue Kräfte. Am Nachmittag verweilten wir dann einigen Zeit am sogenannten „Champain Pool“. Dies ist eine natürliche Lagune, geschützt von Felsen. Die Wellen krachen in jene Felsen und so wir der Schaum in den Pool gespült, deshalb der Name Champain. Eigentlich ein sehr schöner Ort, jedoch war er vollgestopft mit Leuten. So verlor der Ort ein wenig an Glanz.

Gegen Abend hofften wir dan einen Dingo zu sehen. Diese suchen meist bei Dämmerung den Strand nach Nahrung ab. Kurz vor unsere Camp konnte man einen in der Weite sehen, jedoch verschwand er dann auch ins Gebüsch.

Was gibt es noch zu erzählen. Ach ja, als wir am Abend an der Bar sassen und etwas trinkten, erhielten wir Besuch von einer Schlange. Ihr könnt euch sicher vorstellen was da los war 🙂 Die Schlange konnte dann fachgerecht gefangen und im Busch wieder freigelassen werden.

Am nächsten Morgen, nachdem alle nun besser geschlafen haben, fuhren wir zu unserem. letzten Ziel. Es sollte ein 45 Minuten Spaziergang werden zu einer Düne und einem See. Der Tourguide meinte dann, er müsse noch einige Sachen erledigen, wir würden uns dann einfach später wieder treffen. Der wusste weshalb 🙂 Der Wanderweg war nicht so speziell, ausser dass wir durch Mückengebiet liefen und diese lästigen Viecher uns ständig stachen. Der See war ok, nicht so spektakulär wie der erste See. Wir durften wieder baden, was nach diesem Spaziergang sehr erfrischend war.

Auf dem Rückweg hatten wir dann mehr Glück. Ein Dingo lief gemütlich an unserem Fahrzeug vorbei dem Strand entlang. Dies war wieder ein spezieller Moment. Die Freude war bei allen gross.

So ich hoffe ich habe alles erzählt. Dies ist mein bisher längster Beitrag, aber die Tour jedenfalls war echt der Hammer. Fraser Island kann ich jedem nur empfehlen. 

Zum Schluss möchte ich noch zwei Worte über die Gruppe verlieren. Wir hatten eine echt tolle Gruppe, durchmischt mit Dänen, einem Deutschen, einer Französin, wenig Engländer, Belgier, Amerikaner, Israeli, Holland, Kanada. Es war echt eine super Truppe. Ich werde dieses Erlebnis und die Leute nie vergessen.

Liebe Grüsse in die frostige Schweiz

2 Kommentare bei „Fraser Island Teil 2 – Freiheit auf Sand“

  1. Wunderschöni Bilder, usser das mit der Schlange 🐍, grrrrrr

  2. Cool,Mori!Das isch jo s’Ziel vo dinere Reis,unvergässlichi Moment mit tolle Lüt…Wunderschöni Fotos…😃…Wyterhin nur s’best…😘💯🔝

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