Colca Canyon – Trekking in der tiefsten Schlucht Südamerikas!

Hola amigos,

Für Denis und mich begann heute eine 2 Tages Wanderung zur zweit tiefsten Schlucht der Welt – dem Colca Canyon. Von Arequipa aus haben wir dieses Trekking im Hostel gebucht. Eigentlich sind wir unter anderem aus diesem Grund nach Arequipa geflogen. Wieder einmal mehr wurde mir dieses Abenteuer von anderen Reisenden empfohlen, danke Steffi und Uli :). Es ist echt hilfreich andere Reisende nach Tipps und guten Erlebnissen zu fragen. Man gibt dann diese natürlich auch weiter und so hatte ich zum Beispiel ein Hostel in Patagonien, welches mir zuvor empfohlen wurde, an zwei verschiedene Leute weiterempfohlen. Die Solidarität unter den Reisenden ist sehr gross!

Nun gut, aber dass ich um 3 Uhr morgens los musste, hatte mir niemand im Vorfeld erzählt 🙂 Mit einem kleinen Van und einer Gruppe bestehend aus einer Australierin, einem Tschechen und drei Engländern, fuhren wir gut 4 Stunden bis es um 7 Uhr Frühstück gab. Bereits hier erkannte man die einzigartige Vegetation dieses Tales.

Zudem waren wir auf einem Hof mit vielen Tieren, unter anderem einem kleinen süssen Alpaca!

Ich habe bereits viele verschiedene Landschaften gesehen, doch der Colca Canyon war wieder etwas ganz neues. Bei unserem ersten Stopp, dem Kondor Aussichtspunkt, war das Ausmass dieser Schlucht zu sehen. Wir beobachteten an dieser Stelle, den nach seiner Spannweite gemessen, zweitgrössten Vogel der Welt. Die Spannweite eines Andenkondors kann bis zu 3 Metern betragen! Ich bin ja nicht besonders Vogel interessiert, aber die Kondore bei ihrem graziösen Gleitflug über die Schlucht beobachten zu können, war schon speziell. Leider ist es fast unmöglich diese Tiere mit einer Handykamera zu fotografieren.

Nach der Vogelschau ging es dann los. Unser Fahrer setzte die Gruppe mit dem Guide am Startpunkt unserer Wanderung ab. Der erste Teil bestand hauptsächlich darin, in die Schlucht hinunterzulaufen, da dort die Unterkunft für die Nacht war. Von 3200 Meter auf 2300 Meter runter ging ganz schön in die Beine. Ich laufe sowieso lieber Bergauf wie Bergab. Denis hat sich sogar den Fuss auf dem gerölligen, steinigsandigem Boden vertrampt. Zum Glück konnte er trotzdem weitergehen.

Der Weg nach unten dauerte etwa 2 Stunden. Nach dem wohlerverdienten Mittagessen wanderten wir dem Fluss entlang weitere 3 Stunden zu unserem Camp.

Unser Nachtlager war eine Art Oase, zumindest von Weitem sah es so aus. Nur anstatt von Sand von steilen Felsen umgeben.

Da wir relativ schnell unterwegs waren, reichte es sogar noch ein Bad im Swimming Pool zu nehmen ehe es kalt wurde. Denn sobald die Sonne weg ist, was in einer Schlucht sehr früh der Fall ist, wird es unangenehm kühl. Des weiteren gab es kein Warmwasser, also keine Dusche 🙂 Wir genossen noch die restliche Zeit, hörten Musik und ruhten uns aus für den nächsten Tag. Denn morgen mussten wir alles wieder hoch, insgesamt wieder 1000 Meter in die Höhe. Als ich mich schlafen legen wollte, entdeckte Dennis einen Skorpion an der Wand. Ein kleiner Schock. Zumal wir nicht wussten, ob dieser giftig ist oder was nun zu tun wäre. Wir hatten beide noch nie mit einem Skorpion konfrontiert. Es gab nur eine Lösung, der unangenehme Gast musste weg bevor wir schlafen konnten. Einfangen oder töten war die Frage. Wie gesagt wir wussten nicht, ob der Kleine giftig war oder nicht. Deshalb entschieden wir uns gegen das Einfangen und Dennis nahm einen Holzpfahl und tötete den Skorpion. Wir entdeckten anschliessend unter meinem Bett noch einen und töteten auch diesen. Es tat mir ja leid für die Kleinen, aber in der Nacht von einem gestochen zu werden wäre auch nicht so lustig gewesen. Nach der Aufregung war dann endlich Ruhe und wir konnten endlich unsere Beine hochlagern.

Am nächsten Tag hiess es dann wieder um 4 Uhr aufstehen! Dennis Bein war an einer Stelle rot und angeschwollen. Möglicherweise hatte ihn eine Spinne gebissen oder war es doch ein Skorpion in der Nacht der seine Brüder gerächt hatte?! Man weiss es nicht. Zumal die die Schwellung nach einigen Tagen zum Glück wieder zurückging.

Aber nun mussten wir erst einmal frühstücken, bzw unsere mitgebrachten Snacks essen und Energie tanken für den heutigen Aufstieg. Unser Guide meinte, dass wir ca 2 bis 3 Stunden bräuchten. Der Rekord läge bei 1h 40min! Meine Königsdisziplin, das Berg hoch Wandern stand an. Zum Glück liess uns der Guide unser eigenes Tempo gehen und so durften die Schnelleren vorne weg. Mein Ziel war es aber nicht den Rekord zu brechen. Denn ich spürte die Beine vom Vortag. Nichtsdestotrotz ging ich mein Tempo und überholte viele andere Wanderer. Einige unter ihnen nahmen sogar den Esel hoch! Ich staune immer wieder wie unfit gewisse Menschen sind! Die Wanderung war wesentlich angenehmer wie gestern, da es weniger in die Knie ging. Wir liefen im Dunkeln mit dem Licht des Handys, bis die Sonne schliesslich aufging.

Die beiden Engländer liefen vorne weg und ich folgte ihnen, jedoch musste ich mich geschlagen geben. Ich erreichte den Gipfel nach 1h 42 min, also knapp hinter dem Rekord. Die anderen waren nach 1h 36min oben und brachen damit den Rekord! Im Nachhinein erfuhr ich, dass die beiden die letzten Monate praktisch jeden Tag gewandert waren und so natürlich sehr fit waren. Trotzdem Hut ab vor deren Leistung! Aber natürlich war ich auch stolz ab meiner eigenen Performance 🙂

Dennis erreichte uns auf dem Gipfel nach 2h 10min nach den beiden Mädels. Wir warteten nochmals 30 Minuten mehr und nach 2h 40min kam der Tscheche als Letzter an.

Nach dem Trekking gab es das offizielle Frühstück. Wir kamen wieder zu Kräften und durften sogar am nächsten Stopp ein heisses Bad nehmen. Jeder war froh über das natürliche Wellness in den Hot Springs 🙂

Mit entspannten Muskeln konnte es weitergehen und wir fuhren über einen Pass, der 4900 Meter hoch war. Von diesem Ort aus war es möglich einen aktiven Vulkan zu sehen, aus dem Rauch emporstieg!

Das Hochplateau ist landschaftlich soviel anders. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie es auf solchen Höhen in den Anden aussieht. Unglaublich was hier noch alles wachsen und leben kann!

Nach einigen Stunden Fahrt erreichten wir am Abend um 18:00 Uhr unser Hostel in Arequipa. Zwei ereignisreiche Tage gingen zu Ende. Wieder einmal kann ich es mehr als empfehlen, falls ihr mal in Peru sein solltet geht nach Arequipa und macht den Colca Canyon, es gäbe auch die 3 Tagesvariante für die gleiche Strecke wenn ihr Angst habt, dass ihr es nicht schafft 😉

Viele liebe Grüsse

Mori

2 Kommentare bei „Colca Canyon – Trekking in der tiefsten Schlucht Südamerikas!“

  1. Uiii, Skorpione!! ich hätte nicht mehr in diesem Zimmer schlafen können 😯

    Du bist ja ein richtiger Wanderer geworden… We hätte das gedacht😉

  2. Hut ab,Moreno!Hab irgendwie das Gefühl,dass du irgendwann mal den Mount Everest besteigen wirst…Du bist ein richtiger Wanderer geworden….Bravissimo….💪💯😆

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