Puno – Schwimmende Inseln aus Schilf

Guten Tag

Wir verliessen Arequipa und nahmen den „Cruz del Sur“ Bus nach Puno, einer Stadt am Titicacasee. Dieser See bildet die Grenze zwischen Peru und Bolivien. Wir befanden uns noch auf der peruanischen Seite. Puno selber bietet nicht sehr viel sehenswertes. Reisende kommen hierhin um die „Floating islands“ zu sehen. Schwimmende Inseln, gebaut aus Schilf auf denen Menschen leben. Natürlich war dies auch unsere Motivation hierher zu fahren und so buchten wir noch bei unserer Ankunft im Hostel eine Tagestour zu den Inseln!

Puno liegt auf 3800 Meter über Meer und in der Nacht wurde es ziemlich kalt. Zum Glück hatten wir viele Decken und waren drinnen. Aber die Vorstellung bei dieser Kälte in einer Schilfhütte zu schlafen, war schon etwas speziell. Zumal wir noch daran dachten, eventuell eine Nacht auf solch einer Insel zu schlafen. Die Tour startete am nächsten Morgen vergleichsweise spät zwischen 6:30 und 7:00 Uhr. Ich bin schon fast geneigt zu sagen, dass wir ausschlafen konnten :).

Wir wurden zum Hafen gefahren, wo wir auf ein Boot umstiegen, denn logischerweise befinden sich die Inseln auf dem Wasser. Der Titicacasee ist übrigends das höchste schiffbare Gewässer der Welt!

Die Fahrt dauerte nicht sehr lange und wir erreichten die ca 90 Schilfinseln des Volkes der Uros. Ich finde die Vorstellung, eine Insel aus Schilf zu bauen und darauf zu leben echt beeindruckend. Man merkte bei der Ankunft bereits, dass die Menschen hier Touristen gewohnt waren. Täglich besuchen wahrscheinlich hunderte von „Gringos“ die Ureinwohner. Wir wurden freundlich empfangen und durften auf einer Insel aussteigen.

Jede Insel verfügt über einen „Chief“ männlich oder weiblich! Bei uns war es eine Frau, die das Sagen hatte. Sie lud uns ein, ihre Insel zu besuchen. Wir durften sogar einen Blick in die Hütten werfen und sahen, dass es ziemlich rudimentär eingerichtet war. Also nichts mit isoliert oder sonstige Abwehrmechanismen gegen die Kälte!

Natürlich ging es den Leuten auch darum Geld zu verdienen. Schliesslich bringen die Weissen ja genug Geld mit! Gegen eine Eintrittsgebühr von umgerechnet 7 Franken pro Person durfte die Gruppe einen Runde auf ihrem Boot drehen. Zwei Einheimische zeigten uns die nähere Umgebung und ruderten uns sicher zurück auf die Insel. Nun gut, wir zahlten den „Touristenpreis“, es hilft ja auch den Leuten hier! Anschliessend wurde uns gezeigt, wie eine solche Insel gebaut wird.

Da das Schilf mit der Zeit auch absinkt muss alle 2 Wochen eine neue Schicht gestreut werden. Das Schöne daran ist, dass es Vorort wächst und nur eingesammelt und in der Sonne getrocknet werden muss.

Da es 90 verschiedene Inseln gibt, rotieren diese jeden Tag. Also die Touristen werden jeweils auf andere Inseln gebracht, damit jeder dieser Familien einen Chance hat Geld zu verdienen. Die Menschen sind zwar Selbstversorger und leben hauptsächlich vom Fischfang, aber natürlich benötigen sie auch Güter vom Festland.

Die Frauen tragen übrigends eine sehr farbenfrohe Tracht. Ich bin mir nicht sicher, ob sie diese extra für die Touristen anziehen oder täglich so rumlaufen.

Damit die Leute Strom haben, hat die Regierung der Gemeinde Solarpanels geschenkt und diese auf den Inseln installiert.

Der Besuch des Volkes der Uros auf den floating Island war super. Mich faszinierte die Lebensweise der Menschen. Sie erklärten uns in einer Kurzfassung, wie man eine solche Insel bauen kann. Wäre gar nicht so schlecht so eine eigene Schilfinsel in der Schweiz zu besitzen von welcher man fischen könnte 🙂

Nach diesen einzigartigen Eindrücken fuhren wir weiter zu Insel Taquile. Diese liegt noch auf der peruanischen Seite des Titicacasee. Die Insel für sich fand ich sehr ähnlich zu einer europäischen Insel. Hört sich vielleicht im ersten Moment komisch an, da diese auf 3800 Meter ist, aber wenn ihr die Bilder seht, könnte es auch eine italienische oder spanische Insel sein.

Die Menschen, die auf dieser Insel leben, waren sehr freundlich und wir hatten ein hervorragendes Mittagessen mitsamt einer Show. Wir sahen sogar den Tourismus Minister Perus, der gerade ein TV Interview gab!

Ein ereignisreicher Tag ging zu Ende und wir wurden zurück zum Hostel gefahren.

Liebe Grüsse

Mori

2 Kommentare bei „Puno – Schwimmende Inseln aus Schilf“

    1. Vielen Dank 🙂

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