Buenos Aires – Erster Eindruck

Hola de la capital de argentina!

Bienvenido a Buenos Aires. Nach einem 11 stündigen Flug über die Datumsgrenze hinaus, landete ich zum ersten mal in meinem Leben in Südamerika. Ich flog am Montag um 20:00 Uhr los und kam am Montag um 16:00 Uhr an.

Schon zu Beginn beim Ausfüllen des Zoll Deklarationsblatt merkte man, dass es hier anders laufen wird wie in Australien oder Neuseeland. Das kleine Papier war unübersichtlich und unverständlich gestaltet. Zum Beispiel musste ich angeben, was für ein Handy Modell plus Seriennumer ich besitze und auf der Rückseite musste ich auflisten, was man ausserhalb von Argentinien gekauft hat. Ich habe meinen ganzen Backpack samt Inhalt ausserhalb von Argentinien gekauft, sollte ich nun jedes einzelne Kleidunsstück samt Wert aufzählen?! Als ich die Stewardessen gefragt habe, erhielt ich verschiedene Auskünfte. Ich entschloss mich, die Rückseite leer zu lassen. Unklar darüber, ob ich nun die Rückseite hätte ausfüllen sollen oder nicht, machte ich mich auf den Weg durch den Zoll. Aber im Gegensatz zu Australien und Neuseeland interessierte es hier niemanden. Nicht mal das Deklarationsschreiben musste ich abgeben! Nun ging es darum, vom Flughafen sicher in die Stadt zu gelangen. Zuvor hatte ich mich im Internet darüber informiert, wie man am besten vom Flughafen in die Stadt kommt. Die Taxis sind leider nicht alle vertrauenswürdig und es gibt einige „schwarze Schafe“, die Touristen bereits am Flughafen abzocken. Deshalb vertraute ich den Meinungen von anderen Reisenden im Internet und nahm den Shuttle Service Tienda Leon. Für 260 Pesos, was umgerechnet etwa 13 Franken ist, wurde ich zuerst zu einem zentralen Busterminal gebracht und von dort mit einem kleineren Bus zum Hostel.

Als ich einstieg und der Fahrer losfuhr, hörte ich deutsche Wörter. Es war aber niemand der anderen Passagiere. Lustigerweise lief im Radio, wohlgemerkt auf einem argentinischen Sender, das Lied „Der Kommissar“ von Falco. Mein erstes Lied in Argentinien 🙂

Das Hostel ensprach, wie erwartet, nicht dem australischen oder neuseelandischen Standard. Es kostete dafür nur halb soviel und für 10.- Franken pro Übernachtung darf man eben nicht viel erwarten.

Die Luft war stickig und an der Decke wusste ich nicht, ob das Schimmel war oder einfach Farbe abbröckelte. Die Matraze, war durchgelegen und man hatte das Gefühl, dass man in einer kaputten Hängematte schläft. Wie gesagt, für 10.- darf man nicht mehr erwarten. Jedoch fragte ich mich schon, ob dies nun dem hiesigen durchschnittlichen Standard entspricht.

Nun gut, ich ging also aus dem Hostel und wollte ein wenig Bargeld abheben. Es war ja Montag, die Banken waren geöffnet. Denkste. Die Banken befanden sich im Streik für Montag und Dienstag. Also gab es weder in einer Bank, noch an einem Geldautomaten Geld. Zum Glück hatte ich noch ein wenig im Vorfeld in Neuseeland gewechselt, denn im Gegensatz zu vielen anderen Nationen, läuft hier vieles noch mit Bargeld. Die Leute horten das Geld zuhause, denn das Vertrauen in die Regierung und die Banken ist gering. Aus historischer Sicht verstehe ich die Angst der Leute, gibt es doch in Argentinien immer wieder eine Inflation und das Geld verliert dadurch schnell an Wert. Es gab sogar Momente, da konnten die Leute nicht mehr mal ihr eigenes Geld von der Bank abheben!

Am zweiten Tag, wollte ich mir eine argentinische SIM Karte kaufen. Ich ging also in den „Personal“ Store. Dieser Mobilfunk Anbieter wurde mir zuvor von Einheimischen empfohlen. Es gab dort ein Schalter System, an welchem man sein Anliegen beschreiben konnte. Zu meinem Pech, konnten die Mitarbeiter kein Englisch und so versuchte ich mit meinem Basis Spanisch und Italienisch zu erklären, was ich wollte. „Prepado Tarjeta SIM“ heisst das Teil, für jene unter euch, die mal eine Prepaid Sim im spanischsprechenden Teil benötigen. Der Besuch dauerte insgesamt 1 Stunde. Die Sim Karte konnte ich nicht im Store aufladen lassen. Die kann man nur an den Kiosken laden. Die Dame sagte mir dann, dass in Front des Ladens ein Kiosk sei und ich dort fragen solle. Ich begab mich also zum Kiosk, um meine Prepaid Karte mit Guthaben aufzuladen. Leider meinte der Kioskverkäufer, er könne das nicht machen ich solle mal in den nächsten Laden gehen. Na gut, dachte ich mir, dann frage ich mal im Laden. Der Verkäufer dort enttäuschte mich aber wieder und sagte er könne keine SIM vom Anbieter „Personal“ aufladen, ich sollen in einen anderen Laden gehen. Also auf zum nächsten Kiosk. Wieder lautete die Antwort nein. Ich musste mich noch 3 mal durchfragen, bis ich jemanden gefunden hatte, der zwar unmotiviert war, jedoch mein Guthaben von 200 Pesos aufladen konnte. Endlich! Das kann doch nicht so schwer sein Guthaben auf eine Prepaid Sim Karte laden zu lassen, aber anscheinend doch! Die Geschichte endet aber noch nicht hier. Das mobile Internet hat zu diesem Zeitpunkt auch nach dem Aufladen nicht funktioniert. Ich beschloss einen Tag abzuwarten. Einmal Schlafen und immer noch kein Internet! Wieder ging ich in den Personal Shop und beschrieb die Problematik auf Spanisch. „NO INTERNET, senor“. Der nette Herr nahm sich meinem Problem an, zumindest halbherzig, er hatte mal da mit den Kollegen gequatscht, mal Küsschen da für ne Kollegin, mal versucht mit Google Translate Deutsch zu sprechen. Schön wenn ein Kunde warten muss. Schliesslich war er dann genug motiviert, um etwas auszuprobieren, auch wenn ich den Eindruck hatte, dass er selber nicht wusste was er tat. Danach wollte er, dass ich die Sprache des Handys auf Spanisch umstelle. Nach weiteren erfolglosen Versuchen meinte er dann, mein Handy unterstützt das Breitband nicht. Er hatte keine Ahnung und mein Handy war Schuld. Na klar, dachte ich mir. Dann wollte ich bereits los, um beim nächsten Mobilfunkanbieter anzufragen, da wollte er noch einen letzten Versuch wagen. Und siehe da. Plötzlich funktioniert das Internet! Was für eine Aufregung, um eine Mobile Prepaid Sim Karte zu kaufen.

Hier läuft vieles nicht wie gewohnt. An diese Tatsache musste ich mich zuerst gewöhnen.

So das wärs mal fürs Erste aus Buenos Aires.

Liebe Grüsse

Mori

Ein Kommentar bei „Buenos Aires – Erster Eindruck“

  1. Da braucht man viel Geduld!! Und gute Nerven 😊

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