El Chalten Tag 2 – Mount Fitz Roy

Buenos Dias

Ich sitze gerade im gemütlich warmen Hostel hier in El Chalten während es draussen kühl und windig ist und berichte euch von den heutigen Erlebnissen.

Auf dem Programm stand eine berühmte Tageswanderung Patagoniens, für die ich extra nach El Chalten gefahren bin. 10 Kilometer war diese lang sein, aber wesentlich anstrengender bzw steiler wie die Wanderung von gestern. Vor allem der letzte Kilometer hatte es in sich. Aber dazu später mehr.

Die Story beginnt wie meistens, früh am Morgen. Wobei heute der Begriff frühl relativ war. Ich konnte ja selber entscheiden, wann ich die 8 stündige Tageswanderung starten wollte. Da aber meine beiden asiatischen Zimmerkameraden aus Korea gestern Abend etwa eine Tonne Zwiebeln und Knoblauch gegessen hatten, roch es dementsprechend im Zimmer. Ich wachte automatisch der schlechten Luft wegen um 7 Uhr auf. Somit war ich wenigstens früh auf den Beinen und machte mich nach dem Frühstück auf den Weg. Wieder war ich alleine unterwegs, weil die meisten Leute hier im Hostel die Wanderung bereits vorher gemacht hatten. Der Wind hatte leider nicht nachgelassen und blies weiterhin sehr stark während mich strahlender Sonnenschein beim Aufstieg blendete. Die ersten drei Kilometer waren nur bergauf. Ich war ja gestärkt vom Frühstück bestehend aus Organgensaft und Muffin in den Tag gestartet, somit absolvierte ich diesen Anfang ziemlich schnell. Bereits auf dem Weg bot sich mir eine sehr schöne Aussicht auf das Gebiet hier.

Nach dem Mittelteil, welcher relativ einfach eben aber lang war, stand ich vor dem Aufstieg zur Laguna de los Tres, von der man den Mt Fitz Roy sehr gut sehen konnte. Die Sicht vom Mirador del Fitz Roy war malerisch schön.

Ein steiler steiniger Aufstieg bzw Abstieg ist für viele Leute eine riesen Herausforderung. Während meiner Reise habe ich gemerkt, dass ich mich in dieser Hinsicht von der Masse unterscheide. Mir macht das echt Spass, wenn man sich mit reiner Beinkraft den Berg hochpushen kann. Keine Ahnung wieso das so ist, jedenfalls bin ich mit meiner Technik sehr viel schneller oben wie die meisten anderen Wanderer. Das Stück hoch hatte es aber in sich. Mit dem starken Gegendwind war es ziemlich anstrengend, den letzten Kilometer zu absolvieren. Ich denke dies war einer der anspruchsvolleren Aufstiege, die ich bisher auf meiner Reise gemacht habe.

Unglücklicherweise war der Gipfel wieder von Wolken bedeckt. Links und Rechts strahlend blauer Himmel, aber der Gipfel war versteckt. Natürlich war das ärgerlich, aber ich hatte im Vorfeld gelesen, dass der Gipfel an 8 von 10 Tagen bedeckt sei. Angesicht der Tatsache, dass es in den nächsten Tagen regnen soll, war ich aber zufrieden mit der Aussicht. Es hätte definitiv schlimmer sein können oder was meint ihr? 🙂

Auch auf diesem Plateau war es unangenehm kühl mit teils kurzem Regen. Nichtsdestotrotz gönnte ich mir die Aussicht und verbrachte ungefähr eine Stunde dort oben. Der Blick über das Tal war wieder einmal mehr atemberaubend!

Anschliessend musste ich den ganzen Weg wieder zurück laufen. Mir wurde erst dann bewusst, dass man vielleicht doch nicht alleine so eine grosse Wanderung machen sollte. Vor allem als ich ein Schild sah, auf dem vor Pumas gewarnt wurde und dass man sich nicht alleine bewegen sollte. Es sei ein Puma Gebiet. Perfekte Landschaft für die Raubkatze.

Glücklicherweise ist die Wanderung sehr beliebt und man trifft unterwegs immer wieder Leute, so dass es nicht ganz so unheimlich war!

Die Wanderung zum Mt Fitzroy war echt ein Erlebnis. Super schöne Landschaften gepaart mit sportlicher Aktivität. Am Abend war ich dann ziemlich müde so dass mich der Knoblauchgestank im Zimmer nicht mehr weiter störte 🙂

Die Zeit in Patagonien war somit vorbei. Es ging zurück nach Buenos Aires, wo ich für 3 Wochen eine Spanisch Schule besuchen werde. An meinem Abfahrtstag zeigte sich das Wetter von seiner richtlich hässlichen Seite und ich war froh, dass ich diese Tage Sonnenschein hatte. Glaube eine Wanderung bei Regen und wolkenverdeckten Himmel wäre nicht so lustig gewesen.

Liebe Grüsse aus Patagonien

Mori

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