Hola hola
Como estas?
Meine letzte Woche in der Spanischschule. Ich versuchte noch soviel wie möglich zu lernen, um nachher für meine Weiterreise in Südamerika gewappnet zu sein. Die Klasse hatte sich mittlerweile verändert, da uns jeden Freitag neue Leute verliessen. Doch ich hatte in der Zwischenzeit Freunde aus diversen Klassen, somit war ich nie wirklich alleine. Zumal der Schweizer Anteil an dieser Schule sehr hoch war 🙂 Aber das schöne ist, man lern Leute aus der ganzen Welt kennen. Kanada, Brasilien, Holland, Deutschland, Polen, England um nur einige Beispiele zu nennen.
Was gab es noch zu erkunden diese Woche? Natürlich musste ich noch den Mate ausprobieren. Ein Tee, den die Argentinier lieben. Die Schule organisierte an einem Nachmittag eine Veranstaltung, um dieser Tradition nachzukommen.

Mate trinken ist auch ein gesellschaftliches Event bei dem sich Freunde zusammen treffen und dieses heisse Gebräu geniessen. Aber auch viele Leute trinken dies als Kaffeersatz zum Beispiel.
Je mehr Kräuter man verwendet, umso bitterer wird es. Bei der Proberunde verzogen einige der Schüler die Miene, es war ihnen zu bitter. Mir persönlich hat es geschmeckt. Man kann es mit Grüntee vergleichen. Mit Zucker gesüsst, konnten es dann auch die anderen trinken.
Ich war nun bereits meine 3 Woche in Buenos Aires und hatte mich gut eingelebt. Am Morgen wusste ich zum Beispiel, dass man nicht um 8:20 Uhr in die Metro sollte, da man sonst wie eine Sardine in einer Sardinenbüchse zusammengepresst wird. Lieber 15min früher, dafür eine angenehmere 30 minütige Fahrt. So lange dauerte es nämlich mit der Metro ins Zentrum. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie grosse die Stadt ist bzw wie lange die Distanzen sind. Ich musste aber auch Lehrgeld bezahlen, als ich zum erstbesten Coiffeur ging und 400 Pesos bezahlte, anstatt die ca 200.- für welchen man einen normalen Herrenschnitt kriegen konnte.
Etwas habe ich in Buenos Aires leider doch nicht gemacht. Ich ging nicht ins Stadion einen Fussballmatch schauen. Es war schwierig an Tickets zu kommen, die Stadien befanden sich in nicht so sicheren Vierteln und die Touren waren masslos überbrieben teuer. Also ich war nicht bereit 180 Euro für ein normales Meisterschaftsspiel der Boca Juniors zu bezahlen. Naja man kann nicht alles erleben. Dafür schaute ich das Länderspiel Argentinien – Italien im TV 🙂

Die Hauptsportart ist ganz klar der Fussball. Doch in Argentinien wird auch viel Rugby, Tennis und Polo gespielt. Mir bot sich die Möglichkeit letzteres mal selber auszuprobieren. Sam, der kanadische Schulfreund, organisierte für jene die wollten, ein Poloevent. Er kannte den Veranstalter und konnte es uns somit wärmstens empfehlen. Natürlich bietet sich einem nicht alle Tage die Möglichkeit Polo zu spielen und so ergriff ich diese und an meinem letzten Sonntag in Buenos Aires fuhren wir ca 50 Minuten raus von der Grossstadt auf einen idyllischen Hof. Denn eines ist klar, um Polo spielen zu können braucht es viele Pferde und Platz. Pro Match werden die Pferde nach jedem Viertel ausgewechselt. Dies bedeutet jeder Spieler benötigt mindestens 4 Pferde pro Spiel! Diese Tatsache bedeutet auch, dass Polo hauptsächlich von der reicheren Gesellschaftsschicht gespielt wird, da gute und viele Pferde sehr teuer sind und man auch das Gelände besitzen muss.

Empfangen wurden wir mit den besten Empanadas, die ich je gegessen hatte. Diese wurden auf dem Grill erhitzt. Der Geschmack war unglaublich gut.

Als erstes durften wir ein Polo Spiel live mitverfolgen. Die Spieler absolvierten extra ein Match für die Gäste! Aber die spielten ja gerne Polo, es war somit Spass für die Leute. 8 Spieler, jedes Viertel ein neues Pferd, macht 32 Pferde für 1 Spiel! Wahnsinn oder?!

Nach dem Spiel gab es Asado. Das Beste, das ich bisher hatte. So stellte ich mir ein echtes Argentinischen BBQ vor! Unmengen an Fleisch und so zart, dass man es sogar mit dem Löffel schneiden konnte. Na gut das ist ein wenig übertrieben, aber ihr wisst was ich meine.


Gestärkt von dem fantastischen Essen waren wir nun an der Reihe. Wir mussten eine Verzichtserklärung für mögliche Unfälle unterschreiben zudem ein Notfallkontaktnummer geben. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich zuvor noch nie auf einem Pferd gesessen bin, geschweige denn Polo gespielt habe.
Wir erhielten nur kurze Basis Informationen zu den Befehlen, die man dem Pferd geben konnte und schon sass ich auf dem Gaul. Nun gut ich fiel schon mal nicht runter. In der rechten Hand den Poloschläger und in der linken die Zügel machte ich mich auf ins Geschehen. Aber leider merkte das Pferd, dass ein blutiger Anfänger auf ihm sass und so kam es wie es kommen musste, das Pferd übernahm die Kontrolle und als es aufs Spielfeld kam, graste es vor sich hin. Der Guide kam zu mir und sagte mir ich solle die Kontrolle zurückgewinnen. Also zog ich die Zügel an und versuchten den „Los gehts“ Befehl. Mit der Zunge schnalzen und Zügel nach vorne. Es läuft. Das Pferd machte sich auf den Weg zu den Anderen. Nun ja ihr könnt euch vorstellen wie das ausgesehen haben muss. Aber ich hatte immerhin beim Einspielen den Ball getroffen, somit zählt das als erfolgreiches Polospielen.

Im Spiel hatte ich natürlich keine Chance, da waren Leute auf Pferden, die reiten konnten. So spielten sie Polo währendem ich versuchte mich auf dem Pferd zu halten und mich fortzubewegen. Ein schwieriges Unterfangen! Aber schlussendlich bin ich nicht vom Pferd gefallen und ich habe Polo gespielt 🙂
Eine lustige Szene muss ich noch erwähnen. Daniel, ein Schweizer, war wie ich noch nie auf einem Pferd vorher. Doch sein Pferd machte sich vom Spielfeld auf den Weg in die Büsche. Daniel musste dann gar absteigen, weil er fürchtete, dass das Pferd aufs offene Feld im Galopp davonrennen würde. Und so sahen wir ihn, das Pferd an den Zügel haltend, zurücklaufen. Nicht nur ich hatte Schwierigkeiten.
Der Tag war ein voller Erfolg. Wir hatten Spass mit dem Polo spielen und wurden dann wieder zurück nach Buenos Aires gebracht! Coole Erfahrung!
