Salar de Uyuni Teil 1 – Hochgebirge Boliviens

Liebe Freunde

Ich habe auf meiner bisherigen Reise sehr viel erlebt, aber was ich auf meiner 4-Tagestour durch das Hochgebirge Boliviens erlebt und gesehen habe, ist einzigartig!

Ein ganz grosser persönlicher Traum ist der Besuch der Salar de Uyuni in Bolivien. Es ist auch der einzige Grund, weshalb ich den ganzen Weg nach San Pedro de Atacama auf mich genommen habe. Der eine oder andere von euch hat sicher Bilder von diesem gesehen. Unendlich weite weisse Salzwüste, hellblauer Himmel und eine unglaubliche Weite, die diesen Ort einzigartig macht. Ich werde auch mehr Bilder als üblich hochladen, damit ihr auch einen Eindruck dieser atemberaubenden Landschaft kriegt.

Da ich noch nichts im Vorfeld gebucht hatte, musste ich mich als erstes erkundigen, wie ich die Salar de Uyuni besuchen kann. San Pedro de Atacama ist ein Ort, der hauptsächlich aus Reisebüros besteht. Gefühlte 1000 Agenturen warteten auf neue Kunden. Dies erschwerte meine Entscheidung erheblich, da ich diverse Horrorgeschichten von betrunkenen Autofahrer, Autos in schlechtem Zustand, Unfällen usw gelesen hatte. Es gab also „schwarze Schafe“ unter den Agenturen. Nur wusste ich nicht, welche dies waren. Ich rechechierte im Internet und fand zu einigen der Tourenanbieter diverse Meinungen anderer Reisenden. Leider stach auch dort kein Anbieter hervor, so dass ich mich vor Ort schlau machen musste. Ich fragte bei meinem Hostel nach und die gaben mir zwei Namen von seriösen Anbietern. „Cordillera“ und „World White Travel“ schienen ganz gross im Uyuni Geschäft zu sein. Nach langer Überlegung fiel meine Entscheidung schliesslich für Cordillera. Ich hatte aus verschiedenen Quellen gutes über diese Agentur gehört! Für jene, die es interessiert, die 4 Tagestour inkl Übernachtung Frühstück Mittag und Nachtessen kostete mich 135 000 Chilean Pesos was ca 200 CHF entspricht.

Das Abenteuer konnte also losgehen.

Am Donnerstag 5. April wurde ich um 7:30 Uhr vom Hostel abgeholt. Daraufhin fuhren wir los in Richtung Chilenisch-Bolivianische Grenze. Die Fahrt dauerte nur ca 1 Stunde, wobei wir nur hoch fuhren! Da hiess es erst einmal Warten und die Zollformalitäten ausfüllen. Zuerst für die Ausreise aus Chile und anschliessend für die Einreise in Bolivien. Das Zollhaus von Bolivien liegt mitten im nirgendwo und man könnte sich nie vorstellen, dass eine Landesgrenze hier verläuft.

Wir waren insgesamt 16 Reisende, die mit 2 Minibussen an der Grenze ankamen. Nach einem kleinen Frühstück wurden wir dann auf 3 Jeeps aufgeteilt. Zusammen mit Philipp (Deutschland), Lizzy, Florence und Kiwa (UK) fuhren wir im 4×4 Jeep los. Unser Fahrer Pauli machte auf mich einen guten Eindruck. Ein sympathischer Bolivianer mittleren Alters sollte uns also die nächsten Tage durch das raue Gelände des bolivianischen Hochgebirges führen. Unser erstes Ziel war die Laguna Blanca. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie es da oben auf ca 3500 Meter ausgesehen hat. Eine Landschaft die man in Worte nicht beschreiben kann. Ich versuche euch stattdessen die Schönheit dieser Gegend in Bildern zu zeigen, wenn es auch sehr schwierig ist dieses Ausmass an Weite auf kleine Bilder zu kriegen.

Der nächste Stopp war die Laguna verde, die so heisst, weil sie grün aussieht. (Naja zumindenst ein wenig)

Wir machten einen Fotostopp auf der Strecke, wobei dieses Foto entstand!

Ihr seht, dass ich nicht in Shorts und T-Shirt umherlief. Auf dieser Höhe von 4000 Metern über Meer war es nicht sehr warm. Diesen Alpaca Pullover hatte ich mir zuvor zum Glück in San Pedro de Atacama gekauft. Es ging weiter in die Höhe. Wir besuchten als nächstes die natürlichen Thermalquellen, in denen man in 37 Grad heissem von einer Quelle geheiztem Wasser baden konnte.

Ich würde mal meinen, dass dies mit 4300 Meter über Meer die höchste Baustelle der Welt ist 🙂

Die Lagune bei dem Thermalbad.

Der nächste Stopp waren dann die Geysire auf 4800 Meter! Wir überschritten auf der Fahrt dorthin sogar die 5000 Meter Marke, was soviel bedeutet, dass ich höher war als der höchste Berg der Alpen bzw der EU. Die Spitze des Mont Blanc befindet auf 4810 Meter über Meer. Geysire kannte ich bereits aus Neuseeland, wo ich in der vulkanischen Region von Rotorua einige gesehen hatte. Trotzdem ist es immer wieder etwas Spezielles zu sehen wie der Rauch hochsteigt und das Wasser brodelt.

Wir fuhren weiter zu unserer Unterkunft, die auf 4300 Meter liegt wo wir Nachmittags um 15 Uhr das Mittagessen erhielten. Nachdem wir uns ein wenig ausgeruht hatten, besuchten wir zum Schluss dieses Tages noch die Laguna Colorada, in welcher tausende wilde Flamingos waren. Wir hatten Glück. Denn zu dieser Jahreszeit konnte man noch Junge Flamingos sehen.

Die Rosa Farbe erhalten die Flamingos von ihrer Nahrung, den planktonischen Algen im See. Dies wusste ich bereist von meinem Besuch in Australien am Pink See. Aber hier konnte ich es live sehen. Junge graue Flamingos und ältere Rosa Flamingos.

Eigentlich hatte ich diese Tour ja nur wegen der Salar de Uyuni gebucht, aber die Lagunen, welche wir heute gesehen hatten, waren echt schön. Ich kann nicht sagen welche mir am Besten gefallen hat, jedoch war, die Flamingos in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten zu können, ein tolles Erlebnis. Aber auch die Laguna Blanca hat mir sehr gut gefallen. Wir fuhren zurück zu unseren Unterkunft. Da es nur kaltes Wasser gab, erürbrigte sich die Dusche auch. Aber dies wusste ich zu Beginn. Die Unterkunft ist halt kein 5 Sterne Hotel 🙂

So und zum Schluss noch zu einem anderen brisanten Thema. Die Höhenkrankheit! Ich hatte im Vorfeld sehr viel über dieses Phänomen gelesen und mich informiert. Bei einigen Menschen tritt diese Krankheit auf. Man kann nicht sagen wen es trifft. Mir ging es eigentlich den Tag hindurch gut. Klar merkt man, dass auf dieser Höhe die Luft dünn wird und man sich langsamer bewegen muss, da einem schnell die Puste ausgeht. Aber viel Wasser trinken half mir. Einige schwörten auf das Koka Blatt kauen oder den Koka Tee. Ich muss zugeben, dass ich es noch nicht ausprobiert habe, da ich gelesen hatte, dass es einem auch schlecht werden kann.

Wir waren alle sehr müde, sodass wir nach dem Abendessen um 20:00 Uhr bereits im Bett waren. Die Höhe und der lange Tag setzten uns zu. Auch ich war sehr müde. Jedoch konnte ich nicht schlafen, da mein Herz ungewöhnlich schnell schlug. Als ich den Puls auf meiner Pulsuhr sah, war ich erstaunt. Zwischen 90 und 110 Schläge pro Minute. Ich lag also im Bett und hatte einen so hohen Puls, wie wenn ich Sport machen würde. Was für ein komisches Gefühl! Normal wäre ein Ruhepuls von etwa 60. Leider beruhigte sich mein Herz auch nicht, da es aufgrund der dünnen Luft mehr Sauerstoff pumpen musste. Ich trank sehr viel Wasser um eine Dehydration zu verhindern und musste deshalb auch immer wieder aufs WC. Des weiteren war es in der Hütte auch extrem kalt. Die Temperatur fiel bis zu minus 10 Grad draussen! Meine Nacht war also abenteuerlich und viel geschlafen habe ich nicht!

Am nächsten Tag erfuhr ich, dass es einigen genauso erging wie mir, jedoch andere gut schlafen konnten. Wahrscheinlich hatte auch ich Anzeichen der Höhenkrankheit. Zum Glück waren die Symptome bei mir nicht so stark wie bei einer anderen Reisenden, die sich noch übergeben musste und der es wirklich schlecht ging!

So dies war also mein erster Tag der Salar de Uyuni Tour!

Liebe Grüsse

Mori

Ein Kommentar bei „Salar de Uyuni Teil 1 – Hochgebirge Boliviens“

  1. Da kann man nur „WOW“ sagen!!!!!

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