Fortsetzung von Raglan Beitrag
Es geht weiter mit der Geschichte. Ich hatte also ein Neo Citran vor dem Schlafen gehen eingenommen. Diejenigen unter euch, die dieses Medikament kennen, wissen dass am nächsten Tag alles komplett nass ist, als ob man in einem durchlöcherten Wasserbett geschlafen hätte. Dafür fühlte ich mich wesentlich besser wie am Abend zuvor. Das war auch gut so, denn auf dem Programm heute standen der Besuch der Waitomo Cave und Hobbiton. Vor allem Hobbiton wollte ich auf keinen Fall verpassen! Glücklicherweise schlief ich so tief, dass ich die Party, welche im Hostel bis in die Morgenstunden stattfand und einigen von unserer Gruppe den Schlaf raubte, nicht hörte. Überhaupt erstaunen mich gewisse Backpacker. Sie hängen den ganzen Tag nur rum, machen am Abend Party und das über einen längeren Zeitraum. Besonders an solchen Surferhotspots ist mir dies aufgefallen. Über Vorurteile und Klichees kann man viel diskutieren, aber häufig bewahrheiten sich diese eben doch. Die Glow Worms in Waitomo sind eine weltbekannte Touristenattraktion. Die Höhlen, in welchen sich die Glühwürmchen verstecken, können auf unterschiedliche Weise erkundet werden. Entweder kann man gemütlich auf einem Boot übers Wasser gleiten oder sich zu Fuss durch das Höhlensystem bewegen. Ich hatte mich für das herausfordernde Paket Black Water Rafting entschieden. Dies bedeutete sich über 3 Stunden unter der Erde durch eiskaltes Wasser und klaustrophobischen Durchgängen zu kämpfen. Ich haderte zu Beginn, ob ich mir das antun solle. Da ich ja körperlich überhaupt nicht fit war und diese Aktivität wahrscheinlich nicht sehr förderllich sein würde. Hätte ich es nicht bereits im Vorfeld gebucht und bezahlt, so wäre ich wahrscheinlich nicht gegangen. So biss ich auf die Zähne und nahm eine Anti-Übelkeit Tablette. Nachdem wir uns in die Wetsuit gezwängt hatten, liefen wir zum Höhleneingang, welcher sich 15 Minuten entfernt befand. Wir wanderten wie irgendwelche Astronauten auf dem Mond rum. Bewegen konnte man sich nur mühevoll in den hautengen Anzügen.

Bei einem unscheinbaren Hügel war dann der Eingang versteckt. Durch eine Leiter im „Brunnen“, gelangten wir hinuntern in die Höhlen von Waitomo. Nachdem wir alle durch einen beängstigenden engen Durchgang mussten, fing das Abenteuer an. Durch den ersten Part bewegten wir uns zu Fuss durch die Höhlen. Im zweiten Teil folgten wir einem unterirdischen Bach und schwamen auch darin, wodurch wir natürlich nass wurden und eiskaltes Wasser in den Wetsuit reinkam. Bis zu den Glow Worms dauerte dann noch eine Weile. Doch als wir dann alle unsere Stirnlampen ausschalteten und es stockdunkel in der Höhle war, sah man sie dann endlich aufleuchten. Die kleinen Glühwürmchen strahlten in der Dunkelheit der Höhle. Ein besonderer Moment für alle. Leider durften wir keinen Fotoappart mitnehmen, sodass ich euch kein Foto zeigen kann. Jedoch könnt ihr euch das wie ein Sternenhimmel vorstellen oder ihr geht auf Google und seht euch Bilder an 🙂

Das Durchforsten der Höhle war eine ziemlich physische Angelegenheit. Man wurde nass, dreckig und musste zwischendurch klettern und schwimmen. Ihr erinnert euch, dass ich eine Nacht zuvor noch Fieber hatte. Das ist der Fluch daran, wenn man nur wenig Zeit hat und nicht einen Tag später gehen kann. Ich bereue es aber trotzdem nicht gemacht zu haben. Die Waitomo Gloves sind schon ein spezielles Naturschauspiel. Faszinierend anzuschauen, tief unter der Erde in einem Höhlensystem versteckt. Und dies war nur der Vormittag des Tages 😉
Liebe Grüsse euch allen!
